
Die Losada-Rate und Ihr Erfolg
In der Losada-Rate liegt der Schlüssel zu Ihrem Erfolg. Und er lässt sich sofort im Führungsalltag umsetzen – ich zeige, wie.
Endlich beschließt die Bundesregierung, die AU-Karenztage abzuschaffen. Die Arbeitnehmer sollen zukünftig bereits ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung einreichen müssen. Kaum ist das verkündet, schreien die Gewerkschaften auf, die Ärzte fühlen sich völlig überfordert und die Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände jubeln. Endlich wird dem Missbrauch von krankheitsbedingten Fehlzeiten ein Riegel vorgeschoben. Aber ist das klug?
Die Krankenquoten lagen im Jahr 2007 auf dem niedrigsten Niveau der statistischen Erfassung, bei 3,2 Prozent. Seit dem stiegen sie kontinuierlich bis auf 4,3 Prozent im Jahr 2021 an. Zu 2022 gibt es einen Sprung um ca. eineinhalb Prozentpunkte. Hierzu gibt es professionelle Erklärungen, wie coronazeitbedingte Schwächung des Immunsystems (Atemwegserkrankungen haben sich von 2021 zu 2022 verdreifacht) sowie weiter steigende psychische Erkrankungen. Und es gibt unprofessionelle Erklärungen. Allen voran steht die
Die Behauptung lautet, dass die telefonische Krankmeldung den Sprung in 2022 verursacht hat. Wenn es den Mitarbeitenden so leicht gemacht wird, sich krankzumelden und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu erhalten, wird das schamlos ausgenutzt. Studien haben aber gezeigt, dass dieser Effekt bei weniger als 0,01 Prozentpunkten liegt (Studie der Barmer Krankenkasse). Dennoch hält sich die Behauptung nachhaltig.
Aber selbst wenn dieser Effekt erheblich höher wäre, stelle ich die Frage: „Warum tut das ein Mitarbeiter?“ Nutzt der Mitarbeiter diese Möglichkeit aus, ist er ganz offensichtlich nicht motiviert genug, mit einer Unpässlichkeit zur Arbeit zu gehen. Er ruft bei seinem Arzt an und wird für eine Woche krankgeschrieben.
Hier geht es um Motivation. Ist das nicht ein Offenbarungseid der Unternehmen und Führungskräfte, dass sie ihre Mitarbeitenden nicht ausrechend motiviert bekommen? Sind die Arbeitsplätze so unattraktiv, dass sich Mitarbeiter bei jeder Kleinigkeit eine Auszeit nehmen?
Ein weiterer Grund für die offensichtlich zu hohen Krankenquoten ist, dass die Mitarbeiter in der Regel erst ab dem vierten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen müssen. Sie rufen beim Arbeitgeber an und bleiben einfach für drei Tage zu Hause.
Wacht ein Mitarbeiter morgens auf, sitzt auf der Bettkante und ihm geht es nicht so gut, trifft er eine Entscheidung: Aufstehen oder Rolle rückwärts – die klassische Bettkantenentscheidung. Dabei spielen in der Regel Gedanken an die Arbeit, die anstehenden Aufgaben oder die Kollegen bzw. der Chef eine entscheidende Rolle. Es geht also auch hier um Motivation.
Ein Mitarbeiter, der erwartet wird, seine Kompetenz zeigen, sich einbringen und mitgestalten kann, wird sich nicht unnötig krankmelden. Außerdem stärkt dieses Arbeitsumfeld auch tatsächlich das Immunsystem des Mitarbeiters, so dass er auch echt-echt weniger krank wird. Das zu gestalten wäre aus meiner Sicht Führungsaufgabe.
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Nehmen wir an, der Gesetzgeber verlangt, dass die Mitarbeiter ab dem ersten Tag eine AU-Bescheinigung vorlegen müssen. Dann stehen dem alle kollektiv- und individualarbeitsrechtlichen Vereinbarungen entgegen. Schreibt also beispielsweise der Tarifvertrag fest, dass erst ab dem vierten Arbeitstag eine AU-Bescheinigung vorzulegen ist, so gilt meist diese Regel. Dies gilt auch für Regelungen im individuellen Arbeitsvertrag oder in Betriebsvereinbarungen. Das bedeutet, dass die Absicht der Bundesregierung hier weitgehend ins Leere läuft.
Wenn ein unmotivierter Mitarbeiter aber nun am ersten Tag zum Arzt muss, um sich für diesen oder für zwei Tage krankschreiben zu lassen, dürfen wir davon ausgehen, dass er sich gleich für die ganze Woche krankschreiben lässt. Das bedeutet, dass die Krankenquote steigt. Auch das ist eine Motivationsfrage.
Nehmen wir an, wir haben es mit einem hochmotivierten Mitarbeiter zu tun, der nun wirklich am Wochenende mit 39 Grad Fieber im Bett gelegen hat und am Montag noch nicht wirklich fit ist. Er wird sich zur Arbeit schleppen – weil er motiviert ist und weil er sonst Entgeltverlust hinnehmen muss. Damit gefährdet er sich selbst und im Übrigen auch die Kolleginnen und Kollegen. Langfristig kann das auch dazu führen, dass seine Motivation schwindet, er zu einem anderen Arbeitgeber wechselt oder in die innere Kündigung geht.
Warum wird das Thema überhaupt diskutiert? Ich sehe inzwischen immer deutlicher eine kollektive Führungsschwäche. Unternehmen schaffen es selbst nicht, attraktive Arbeitsplätze zu schaffen, ein konstruktives Miteinander zu etablieren und Mitarbeitende zu motivieren. Ich erlebe Führungskräfte, die nicht führen, nicht weil sie das nicht wollen, sondern weil sie es nicht können (es gibt keine Ausbildung für Führung) und weil die Unternehmen ihnen dazu auch kaum Raum geben. Deshalb freuen sich jetzt (fast) alle, dass die Bundesregierung als großer Retter auftritt und eine strengere Regel erlässt. Das mag die Gemüter beruhigen und möglicherweise Wahlstimmanteile bringen – lösen wird es das Problem nicht, eher verschärfen.
SIE können wirklich helfen. Sobald Sie die (notfalls alleinige) Verantwortung für die Krankenquote in Ihrem Team übernehmen, wird sich etwas ändern. Was dazu notwendig ist, ist im Modell der Neurologischen Führung hinlänglich bekannt. Und was vor allem notwendig ist, dass Sie in Führung gehen.
Geben Sie sich nicht mehr mit Durchschnitt zufrieden. Fragen Sie, wie Sie die Krankenquote senken können. Führen Sie konsequent und begegnen Sie dem Missbrauch konsequent. Treiben Sie notfalls die Personalabteilung vor sich her, damit weitere, auch arbeitsrechtliche, Maßnahmen ergriffen werden. Dulden Sie in Ihrem Team keine Mitarbeiter, die die Gutmütigkeit des Unternehmens oder der Gesellschaft ausnutzen.

In der Losada-Rate liegt der Schlüssel zu Ihrem Erfolg. Und er lässt sich sofort im Führungsalltag umsetzen – ich zeige, wie.

Sie müssen Ihre Mitarbeiter auch mal loben. Angeblich hat Lob eine motivierende Wirkung und ihre Gegner sagen: Nichts gesagt ist gelobt genug. Ist Lob uneingeschränkt positiv zu bewerten? Gibt es auch negative Auswirkungen von Lob? Was ist zu beachten, damit Lob die Wirkung erzielt, die wir uns als Führungskraft wünschen?https://www.youtube.com/watch?v=c3-yEjjVHQYLob und FeedbackDer englische Schriftsteller Charles

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