Die Junge Generation – Dick, faul und gefräßig.
Die Junge Generation

Die junge Generation wird oft als arbeitsscheu, unentschieden, nicht verlässlich und dafür aber sehr fordernd beschrieben. Stimmt das?

Kennen Sie folgendes Zitat?

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte.“

Dieses Zitat könnte höchst aktuell sein und beschreibt, dass die Jugend (oder die junge Generation) den Ansprüchen und Erwartungen der Gesellschaft und der Arbeitswelt nicht annähernd gerecht wird. Und wenn man genau hinschaut, wollen gerade junge Leute viel Freizeit und Freiheit, sind kaum engagiert, schon gar nicht verlässlich und maximal für eine spontane Sache zu begeistern. Doch hier liegt eine Irritation vor. Denn das Zitat stammt von Sokrates, der ein paar hundert Jahre vor Christus gelebt hat (469 bis 399). Schon damals schien die Jugend schlechte Manieren und keinen Respekt zu haben. Und arbeitsscheu war sie wohl auch. Ein typischer Generationenkonflikt?

Vorbilder für die junge Generation

Warum ist die junge Generation so orientierungslos, arbeitsscheu und wenig verlässlich? Sie wissen, dass Kinder selten auf Eltern kommen, als auf die eigenen. Wir sind also an diesem Dilemma schuld. Wir haben sie erzogen. Und wir haben ihnen ein Leben vorgelebt, von dem wir hofften, dass sie es nachmachen. Aber was hat die junge Genration gesehen:

  • Vater und/oder Mutter, die morgens grießgrämig aus dem Haus gingen.
  • Eltern, die abends genervt nach Hause kommen.
  • Eltern, die nach Feierabend keine Zeit und Energie mehr für die Kinder hatten.
  • Eltern, die wenig begeistert von ihrer Arbeit erzählten.
  • usw.

Was würden Sie machen, wenn Sie ständig solche Vorbilder hätten? – Ich würde entscheiden, dass ich das so nicht haben will.

Erwartungen der jungen Generation

Welche Erwartungen hat nun die junge Generation, wenn sie das vorgelebte Lebensbild so nicht übernehmen will?

Sie wollen Freiheit – wollten wir eigentlich auch. Sie wollen Selbstbestimmung – wollten wir auch. Sie wollen einen Job, der wirklich Spaß macht und der etwas sinnvolles schafft – wollten wir auch. Sie wollen viel Geld verdienen und möglichst wenig dafür tun – wollen wir auch, wenn wir ehrlich sind.

Allerdings hat die ältere Generation gelernt, die Faust in der Tasche zu machen. Wir lebten und leben nach dem Prinzip: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir sagen, wenn man einmal Ja gesagt hat, muss man das dann auch durchhalten.

Und wenn wir ganz ehrlich sind, wollten wir das nie. Wir wollten auch etwas bewegen, etwas sinnvolles schaffen. Wir wollten an unseren Aufgaben und Herausforderungen wachsen. Wir wollten auch Spaß bei der Arbeit, ein tolles Miteinander und Zeit für Familie, Freunde und Hobbies. Mein Vater war monatelang auf Auslandseinsatz zu einer Zeit, als wir noch kein Telefon hatten und die Postkarte von Brasilien sechs Wochen unterwegs war. Er hätte uns Kinder sehr gerne auch aufwachsen sehen. Aber er wollte auch für die notwendigen finanziellen Mittel sorgen. Er hat sich verbogen für seine Chefs, hat die Faust in der Tasche gemacht – und ich glaubte, das macht man so und habe es übernommen. 

Und die junge Generation schaut auf uns, sieht, dass es uns nicht gut geht, wir uns mit Dingen betäuben und wenig Spaß am Leben haben. Sie sehen, dass wir unzufrieden sind, unter dem Druck leiden, krank werden und irgendwann einfach müde sind. Das sehen die jungen Leute und sie treffen die Entscheidung: Das will ich so nicht.

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Was bedeutet das für Führung?

Ich persönlich erlebe unglaublich viele junge Menschen, die super engagiert sind, aber nicht um jeden Preis. Richtig starkes Engagement finde dort, wo die junge Generation einer (aus ihrer Sicht) sinnvollen Beschäftigung nachgehen kann. Und Sinn liegt dort nicht im Geldverdienen oder anderen extrinsischen Motivatoren – wie uns oft suggeriert wird. Sie sind motiviert, wenn sie Freiheiten erleben können, Regeln brechen können, die völlig sinnlos irgendwann einmal festgelegt und nie wieder reflektiert wurden. Dazu ein Beispiel

Frau Dr. Steffi Burkhart, Sportwissenschaftlerin, erzählt gerne die Geschichte von ihrem ersten Arbeitgeber. In der Mittagspause ging man zusammen in die Kantine, ein paar Etagen durch das Treppenhaus. Sie sprang fröhlich die Treppen herunter und ihr Chef rief ihr hinterher: „Frau Burkhart, den Handlauf …!“ Sie wusste erst nicht was er meinte, bis er erklärte, dass man auf einer Treppe den Handlauf benutzen müssen – aus Arbeitssicherheitsgründen. Ob das sinnvoll ist oder nicht, will ich hier nicht diskutieren. Für die Sportlerin Steffi war es das jedenfalls überhaupt nicht. Regeln, die irgendjemand mal pauschal festgelegt hat.

Kennen Sie auch solche Regeln? Halten Sie sich daran? Warum?

Als Führungskraft muss es uns klar werden, dass die junge Generation weder arbeitsscheu noch unzuverlässig ist. Sie wollen sich engagieren und wir als Führungskräfte müssen schauen, wie das im Einzelfall gelingt. Unsere Chefs mussten das auch und haben es mehr oder weniger gut gemacht. Dazu muss man wissen, wie das Gehirn Motivation macht und was Menschen (egal welcher Generation) brauchen, um engagiert und leistungsstark ihren Job zu machen. Die Neurologische Führung ist ein Führungsinstrument, das genau diese mitarbeiterzentrierte Führung vermittelt. – Mitarbeiterzentriert? Sollen die Mitarbeiter jetzt alles diktieren?

Wenn Sie sich etwas kaufen wollen und ein Geschäft betreten, dort von oben herab bedient werden, verlassen sie das Geschäft ohne Kauf wieder. Wenn Sie ein Produkt verkaufen wollen, das aus Ihrer Sicht supertoll ist, es aber niemand kauft, hilft es Ihnen nicht darüber zu schimpfen, dass die Kunden zu doof sind, den Nutzen zu erkennen. Wir kaufen gerne dort, wo wir ernstgenommen werden, wo man auf unsere Bedürfnisse eingeht und vielleicht sogar etwas mehr gibt, als man gerade erwartet. Da kauft man gerne und das empfiehlt man weiter.

Dasselbe gilt auch für die Mitarbeitenden. Da wo sie ernst genommen werden, wo sie sich zeigen können mit ihren Bedürfnissen und Erwartungen, wo sie zeigen können, was in ihnen steckt, wo sie sinnvolle Arbeit leisten können, blühen Menschen auf – Sie, ich, die älteren und auch die jüngeren Generationen. Das verändert Führung und das macht Führung so unendlich spannend. Und wie großartig ist es, wenn dann eine junge Frau oder ein junger Mann aufblüht und über sich hinauswächst. Ich habe das unendliche Glück, zwei solcher jungen Menschen in meiner Familie haben zu dürfen. Und ich hatte auch das Glück, früher junge Menschen in meinem Team zu haben. Mit ihnen durfte ich lernen, wie viel Freude es macht, diese Menschen wachsen zu sehen, sie ernst zu nehmen und von ihrer Leistung jeden Tag neu begeistert zu sein. Ich bin nicht zur Arbeit gegangen, weil ich einen Job zu tun hatte als Abteilungs- und später als Personalleiter. Ich bin hingegangen, um jeden Tag Menschen wachsen zu sehen. Was für ein geiler Job!

Neurologische Führung für die junge Generation

Und heute bin ich begeistert, Sie wachsen zu sehen, wie Sie mehr und mehr in der neuen Arbeitswelt, in New Work, ankommen. Sie verstehen, dass Führung individuell ist und dass Menschen unglaublich spannend sind. Sie probieren immer wieder Neues aus, lernen auch mit diesem Blog-Beitrag wieder etwas über Neurologische Führung, versuchen es umzusetzen und sind stolz, wenn es funktioniert. Häufig berichten mir Seminarteilnehmer und Coachees, welche großartigen Erfolge sie mit oft ganz kleinen Ideen erzielen. Dafür stehe ich morgens auf. Intrinische Motivation. Neurologische Führung bedeutet, primär intrinsisch zu motivieren.

Haben Sie Fragen?

  • Schreiben Sie Ihre Frage gerne unten in die Kommentare. Oder:
  • Schreiben Sie mir eine eMail unter info@marcus-hein.de.

Teilen Sie gerne auch Ihre persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema in den Kommentaren.

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