Die wichtigste Führungsfrage, die sich niemand stellt.
Mitarbeiter motivieren - Die wichtigste Frage, die sich niemand stellt.

Es gibt Mitarbeitende, die übernehmen Verantwortung. Und es gibt Mitarbeitende, die warten. Sie warten auf Anweisungen, auf Entscheidungen, auf den Feierabend oder darauf, dass jemand anderes das Problem löst. Viele Führungskräfte kennen diese Situationen nur zu gut. Sie ärgern sich über fehlendes Engagement, über Dienst nach Vorschrift oder darüber, dass manche Mitarbeitende scheinbar für alles eine Ausrede finden.

Die Erklärung scheint oft einfach zu sein: Die Menschen haben sich verändert. Die junge Generation. Die Gesellschaft. Die Arbeitsmoral. Vielleicht stimmt das sogar. Aber ich möchte Ihnen eine andere Frage stellen. Eine Frage, die ich mir selbst immer wieder stellen muss:

Welches Verhalten in Ihrem Team haben Sie selbst (ungewollt) mit erzeugt?

Kernaussagen

  • Sie führen niemals Verhalten, sondern immer Ihre Interpretation von Verhalten.
  • Menschen verhalten sich selten grundlos. Die spannendere Frage ist, was dieses Verhalten begünstigt.
  • Führung kann unerwünschte Muster ungewollt verstärken.
  • Wer nur die Mitarbeitenden verändern will, übersieht oft seinen größten Einflusshebel.
  • Exzellente Führung beginnt mit einer unbequemen Frage:
    Welches Verhalten in meinem Team habe ich möglicherweise selbst mit erzeugt?

Es geht nicht um Schuld – es geht um Einfluss.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel. Ein Mitarbeiter trifft keine Entscheidungen mehr. Vielleicht denken Sie: Er ist unsicher. Er übernimmt keine Verantwortung. Er hat keine Führungspersönlichkeit. Vielleicht denken Sie auch, dass sie diesen Mitarbeiter motivieren müssen – und möglicherweise stimmt das. Vielleicht hat dieser Mitarbeiter im Laufe der Zeit aber auch gelernt, dass jede Entscheidung kontrolliert, korrigiert oder in Frage gestellt wird. Vielleicht hat er gelernt, dass es sicherer ist, erst einmal abzuwarten.

Ein anderes Beispiel: Eine Mitarbeiterin bringt keine Ideen mehr ein. Die naheliegende Erklärung lautet: Die ist eben unmotiviert. Sie müssten diese Mitarbeiterin motivieren und vielleicht stimmt das. Aber geht das überhaupt? Und vielleicht hat sie aber auch gelernt, dass neue Ideen regelmäßig abgelehnt, zerredet oder mit Risiken verbunden werden. Auch das ist eine Form des Lernens.

Oder denken Sie an den Mitarbeiter, der nach einem kritischen Gespräch plötzlich einige Tage krank ausfällt. Viele Führungskräfte sind überzeugt: Der hält nichts aus. Vielleicht stimmt das. Möglicherweise hat das Gespräch aber auch etwas ausgelöst, das Sie niemals beabsichtigt haben. Eigentlich wollten Sie den Mitarbeiter motivieren und zum Wachstum anregen. 

Leadership Training

Impulstraining Neurologische FührungFührung geht heute anders

Führungswirkung zurückgewinnen. Mitarbeitende in Verantwortung bringen.  Menschen inspirieren. – 
Entdecken Sie die Anatomie wirksamer Führung und gewinnen Sie Ihre volle FührungsKRAFT zurück.

Hier gibt es mehr Informationen …

 

Verhalten beobachten – Interpretation entwickeln – Urteil festlegen

Der entscheidende Punkt ist ein anderer. Wir beobachten Verhalten und entwickeln dazu eine Erklärung. Anschließend führen wir diesen Mitarbeiter auf Basis unserer Interpretation. Das Verrückte daran ist: Je sicherer wir uns mit unserer Interpretation sind, desto seltener überprüfen wir sie.

Vielleicht ist genau das einer der größten Denkfehler in der Führung. Nicht, dass wir Menschen gelegentlich falsch einschätzen, sondern dass wir unsere Einschätzung für die Wahrheit halten und nicht weiter hinterfragen. Sie klingt aber auch plausibel und wir rütteln nicht mehr daran.

Ich kenne Führungskräfte, die überzeugt sind, dass ihre Mitarbeitenden keine Verantwortung übernehmen wollen. Und ich kenne andere Teams, die dieselben Menschen als engagiert, mutig und lösungsorientiert erleben. Wie kann das sein?

Vielleicht liegt die wichtigste Führungsfrage gar nicht bei den Mitarbeitenden. Vielleicht lautet sie:

Welches Verhalten in meinem Team habe ich eigentlich gerade selbst (ungewollt) erzeugt?

Ich kenne kaum eine unbequemere Frage. Aber ich kenne auch nur wenige Fragen, die mehr verändern können.

Welche Frage darf ich Dir beantworten?

  • Schreibe Deine Frage gerne unten in die Kommentare. Oder:
  • Schreibe mir eine eMail unter [email protected].

Teile gerne auch Deine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema in den Kommentaren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge und Impulse …

Mitarbeiterbindung - MARCUS HEIN - Fachkräftemangel vermeiden
Marcus Hein

Fachkräftemangel wirksam bekämpfen

Fachkräftemangel ist inzwischen weit verbreitet. Immer mehr Unternehmen müssen Aufträge ablehnen, weil das geeignete Personal fehlt, wie das ZDF kürzlich berichtete (externer Link). Führungskräfte verweisen dann oft auf die allgemeine Situation, die Unternehmenspolitik oder dass potenzielle Bewerber zwar hohe Forderungen formulieren, aber wenig Leistungsbereitschaft  zeigen. Aber sind Sie als Führungskraft tatsächlich handlungsunfähig?Die Bundesanstalt für Arbeit

Jetzt lesen ...
Remote Leadership ist wie Dirigieren
Marcus Hein

Delegieren – Remote Leadership ist wie Dirigieren

Remote Leadership ist für viele Führungskräfte wie ein Brennglas auf die Führungskompetenzen. Delegieren fällt vielen schon in Präsenz schwer, auf Distanz ist es eine der größten Herausforderungen. Dabei ist Remote Leadership wie Dirigieren – Kontrolle ab- aber nicht aufgeben. In einem meiner ersten Remote Leadership-Training hatte ich einen Teilnehmer mit viel Führungserfahrung. Beim Thema Delegieren

Jetzt lesen ...
Team-Zusammenstellung - Sorgen Sie für VIelfalt
Marcus Hein

Team-Zusammenstellung – Sorgen Sie für Vielfalt

Die Team-Zusammenstellung hat immer die Vielfalt als Grundprinzip. Dies gilt nicht nur für Alter und Erfahrung, sondern auch für Ausbildung und Spezialisierung. Doch warum ist das wichtig und wie sorgen Sie dafür? Menschen wollen bedeutsam sein. Sie engagieren sich überdurchschnittlich für Dinge, in denen sie eine Bedeutung haben. Bedeutsam zu sein, erzeugt positive Emotionen –

Jetzt lesen ...
Das PERMA-Modell - Die Macht der Positiven Psychologie für Führungskräfte
Marcus Hein

Das PERMA-Modell – Die Macht der Positiven Psychologie

Kennen Sie das PERMA-Modell? – Ich stelle Ihnen das Modell vor und zeige den Nutzen für Ihren Führungsalltag. Personal- und Fachkräftemangel, Generationen X, Y und Z, Veränderungen sowie  Unsicherheiten durch Globalisierung und Beschleunigung stellen Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Das PERMA-Modell hilft, sie zu beheben. Sie werden noch erfolgreicher. Das PERMA-Modell Martin E. P. Seligman entwickelt das

Jetzt lesen ...
Die Extrameile gehen - Wie MitarbeiterInnen sich intrinsisch motivieren.
Marcus Hein

Die Extrameile und PERMA

Freuen Sie sich auch über MitarbeiterInnen, die die Extrameile gehen? Vermutlich ja. Und was wir beobachten können ist, dass das dem Mitarbeitenden gar nicht wie die Extrameile vorkommt und er oder sie sogar Freude daran hat. Sofort wünschen wir uns das von allen MitarbeiterInnen. Doch wäre das überhaupt jeder/m möglich? Wir schauen in das PERMA-Modell.

Jetzt lesen ...
Nach oben scrollen
Blog - Leadership-Impulse - MARCUS HEIN - Akademie für Neurologische Führung
Impulsletter abonnieren

Impulse für exzellente Führungskräfte.

Ihre Anmeldung

Angaben mit * sind Pflichtangaben.

 

Mit Angabe meiner Daten und Absenden der Anmeldung erkläre ich mich einverstanden, den hier bestellten Newsletter per E-Mail zu erhalten. Meine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere ausführliche Informationen in der
Datenschutzerklärung

 
Angaben mit * sind Pflichtangaben.