Der Mitarbeiter will einfach nicht.
Motivation - Delegation - Verantwortung

Gehören Sie zu den Führungskräften, die ganz oft Dinge einfach selbst machen, damit sie in der von Ihnen gewohnten Qualität gemacht werden – oder überhaupt gemacht werden?

Und vielleicht haben Sie sich nach einem Führungstraining oder -coaching jetzt endlich durchgerungen, Aufgaben stärker zu delegieren. Schon die ersten Fälle zeigen Ihnen: Die Mitarbeitenden wollen einfach nicht. Sie übernehmen keine Verantwortung, obwohl Sie delegiert haben. Was bdeutet das und was könnten Sie tun?

Kernaussagen

  • Delegation beschreibt, was die Führungskraft tut – Verantwortungsübernahme zeigt, was beim Mitarbeitenden ankommt.
  • Delegieren führt nicht automatisch dazu, dass Mitarbeitende Verantwortung übernehmen.
  • Bleibt Verantwortungsübernahme aus, lohnt die Prüfung von vier Fragen: Darf der Mitarbeitende wirklich, kann er, will er und fühlt er sich zuständig?
  • Entscheidend ist nicht nur, was die Führungskraft beim Delegieren beabsichtigt, sondern wie der Mitarbeitende die Situation versteht.
  • Wer die Gründe fehlender Verantwortungsübernahme versteht, kann Aufgaben gezielter übertragen und Führung wirksamer gestalten.
  • Wirksame Delegation endet deshalb nicht mit der Aufgabenübergabe, sondern prüft Verständnis, Umsetzung und Verantwortungsübernahme.

Ihre Erfahrung ist nicht neu. Ganz oft sammeln Führungskräfte genau diese Reaktionen, obwohl sie es wirklich gut meinen. Aus meiner Sicht gibt es vier Alternativen, warum Mitarbeitende die delegierten Aufgaben und die damit verbundene Verantwortung nicht annehmen.

Mitarbeiter darf nicht wirklich

Natürlich werden Sie sagen, dass der Mitarbeiter darf. Aber möglicherweise empfindet er das völlig anders. Kommunikation ist hoch komplex. In ihr schwingen weit überwiegend unbewusste Anteile mit. Sie werden möglicherweise beim Delegieren einer Aufgabe unbewusst den Eindruck vermitteln, dass es eigentlich nur einen gibt, der die Aufgabe wirklich angemessen erledigen kann: Sie selbst. Und auch wenn Sie das nicht explizit sagen, wird der Mitarbeiter genau das empfinden. Da er diesem Anspruch überhaupt nicht gerecht werden kann, übernimmt er die Aufgabe auch nicht wirklich.

Mitarbeiter kann die Aufgabe nicht erledigen.

Natürlich sind Sie der Beste für die Aufgabe, die Sie aber jetzt delegieren müssen – Sie wollen ja dem Seminar- oder Coaching-Ziel gerecht werden. Möglicherweise haben Sie für die Aufgabe völlig unbewusst einen Mitarbeiter herausgesucht, der von der Aufgabe überfordert ist oder Sie haben die Anforderungen so hoch geschraubt, dass der Mitarbeiter schon gefühlt überfordert ist.

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Es gibt keinen Grund, worum er wollen sollte.

Der Mitarbeiter hat zwar die Aufgabe verstanden, wäre auch in der Lage sie zu bearbeiten und Sie wollen auch wirklich loslassen. Aber warum sollte er? Einfach nur, weil Sie es sagen?

Ein Catering-Unternehmen legt für das Frühstück in einem Restaurant fest, dass aufgrund der höheren Gästezahlen jetzt auch wieder baked beans angeboten werden. Einer Mitarbeiterin wird diese Aufgabe übertragen – sie tut sie nicht. Sie will es erklärt bekommen – aber was soll man da erklären? Sie soll es einfach machen! Hier fehlt der Grund.

Mitarbeiter fühlt sich nicht zuständig


Sie delegieren eine Aufgabe, der Mitarbeitende sieht aber die Zuständigkeit und Verantwortung gar nicht bei sich selbst, sondern bei einer Kollegin, bei ihnen selbst oder bei einer anderen Abteilung.

Was können Sie tun?

Genauso, wie Ihr Mitarbeitender verstehen will, warum er die Aufgabe übernehmen soll, müssen Sie verstehen, warum der Mitarbeitende die Aufgabe übernimmt oder eben nicht.

Aus diesem Grunde sollten Sie – wenn es nicht gerade eine Bagatell-Aufgabe ist – das Verständnis des Mitarbeitenden überprüfen. Sie sollten zeitnah prüfen, ob er die Aufgabe angeht. Und wenn er die Aufgabe nicht übernimmt, müssen Sie unbedingt verstehen wollen, warum das so ist.

Nicht selten sind das anspruchsvollere Gespräche – meist sind es aber Gespräche, in denen Sie die grundlegende Motivationsstruktur der Mitarbeitenden verstehen. Mit jeder Aufgabe wird es dann immer leichter, zielgerichtet zu delegieren und maximale Verantwortungsbereitschaft zu bekommen.

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Fazit: Delegieren vs. Verantwortung

Delegation beschreibt, was Sie getan haben. Verantwortung zeigt, was sich beim Mitarbeiter tun. Stimmt beides nicht überein, müssen Sie ergründen, warum das Delegieren nicht zur Verantwortungsübernahme geführt hat. Genauso, wie ein guter Verkäufer auch seine Kunden verstehen muss, um zum Ziel zu kommen, müssen Sie das auch bei Ihren Mitarbeitenden tun. 

Welche Frage darf ich Ihnen beantworten?

  • Schreiben Sie gerne Ihre Frage unten in die Kommentare. Oder:
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