Beanspruchung
Ihr Produktionsteam wird aufgeteilt und auf verschiedene anderen Produktionshallen verteilt. Ihre Abteilung zieht in ein anderes Gebäude. Das Aufgabengebiet verschwindet und Ihre Mitarbeitenden müssen sich verändern, umlernen und neue Kompetenzen erwerben. Jetzt werden Sie sehr unterschiedliche Dinge erleben. Der Eine wird vor Freude hüpfen: „Endlich Veränderung, raus aus dem ewigen Trott.“. Der Andere: „Nein, bitte nicht schon wieder. Es ist doch alles gut, so wie es ist.“
Menschen gehen mit den Herausforderungen unterschiedlich um. Und Sie erleben die Belastung sehr unterschiedlich. Der Eine hat Veränderung trainiert, hat Ressouren aufgebaut und Erfahrungen gesammt. Der Andere ist in seiner Komfortzone geblieben und stürzt jetzt in eine Krise. Ihm fehlen die Ressourcen und Kompetenzen. Er hat das nicht trainiert.
Mitarbeiterentwicklung
Damit Mitarbeitende belastbar sind, müssen sie Belastung trainieren. Nehmen Sie Ihren Mitarbeitern jede Problem- oder Konfliktlösung ab und entscheiden Sie ständig für Ihre Mitarbeitenden, bleibt der Trainingseffekt aus. Sie helfen im Augenblick zwar, schwächen langfristig aber Ihre Mitarbeiter.
- Warum übernehmen Mitarbeiter zu wenig Verantwortung? – Weil Sie diese den Mitarbeitern ständig abnehmen.
- Warum denken Mitarbeitende nicht selbstständig und treffen in ihrem Rahmen Entscheidungen? – Weil Sie diese für die Mitarbeiter treffen.
Das alles ist sehr ehrenhaft und gut gemeint. Aber Sie schwächen Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und schließlich haben Sie nur noch schwache Mitarbeiter, für die Sie immer mehr selbst übernehmen müssen.
Nicht jede Belastung macht krank
Belastungen können krank machen. Wer ständig in einem konfliktären, toxischen Umfeld arbeitet und keine psychologische Sicherheit erfährt, kann unter diesen Bedingungen krank werden. Es geht also nicht darum, den Mitarbeitenden zusätzlich zu belasten, damit er wächst. Es reichen die ganz normalen Anforderungen des Arbeitsplatzes.
Kann ein Mitarbeiter ein Problem nicht lösen – und das Vermögen ist bei jedem individuell unterschiedlich -, sollten Sie also nicht sagen: „Geh weg und lös es selbst.“ Sie sollten einschätzen können, ob der Mitarbeiter das Problem aus Bequemlichkeit zu Ihnen bringt oder weil er es wirklich nicht lösen kann. Wenn er es wirklich nicht lösen kann, sollten Sie es immer noch nicht übernehmen, sondern Ihren Mitarbeitenden anleiten oder anleiten lassen, dieser Art Probleme zu lösen. Sie sollten vermitteln, dass er sicher ist und Sie hinter ihm stehen.
Immer wieder habe ich von den Grund- oder Gestaltungsprinzipien der Neurologischen Führung gesprochen. Sie unterstützen Mitarbeitende, lassen sie aber in ihrer Verantwortung. Dann können Sie ganz gezielt wachsen. Dann entwickeln Sie ein wirklich starkes Team.
Belastungen können kranken machen – sie können aber auch für Wachstum sorgen. Die Höhe der Belastbarkeit ist aber individuell verschieden. Sie als Führungskraft sollten diese einschätzen können und Schritt für Schritt weiterentwickeln.