
Feedback & Würdigung – Interview mit Sonja Hollerbach
Feedback & Würdigung gehören zusammen. Sonja Hollerbach ist Feedback-Expertin. Mit Ihr habe ich ein Interview geführt.
Viele Führungskräfte wünschen sich Mitarbeitende, die selbstständig handeln und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig erklären sie ihnen möglichst genau, wie eine Aufgabe zu erledigen ist. Sie geben jeden Arbeitsschritt vor, greifen bei der ersten Abweichung ein und korrigieren das Ergebnis anschließend nach den eigenen Vorstellungen. Dann wundern sie sich, dass Mitarbeitende auf Anweisungen warten.
Eigenverantwortung entsteht nicht durch die Aufforderung: „Übernehmen Sie mehr Verantwortung.“ Sie entsteht durch einen klaren Handlungs- und Entscheidungsspielraum. Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung beim Delegieren.
Eine Aufgabe zu delegieren bedeutet zunächst nur, Arbeit zu verteilen:
Erstellen Sie diese Präsentation. Verwenden Sie dafür unsere Vorlage, übernehmen Sie diese Zahlen und bauen Sie die Folien genauso auf wie beim letzten Mal.
Die Führungskraft bestimmt das Ergebnis und weitgehend auch den Weg dorthin. Der Mitarbeiter führt aus. Das kann notwendig sein, wenn bestimmte Abläufe, Sicherheitsbestimmungen oder Qualitätsstandards eingehalten werden müssen. Es ist aber keine Einladung zur Eigenverantwortung.
Verantwortung zu delegieren klingt anders:
Ich benötige für die Geschäftsführung eine belastbare Entscheidungsgrundlage. Sie soll zeigen, wo das Projekt steht, welche Risiken bestehen und welche Entscheidung jetzt notwendig ist. Bitte entwickeln Sie dafür bis Donnerstag einen geeigneten Vorschlag.
Nun sind Zweck, gewünschtes Ergebnis und Zeitrahmen klar. Der Weg zum Ergebnis bleibt innerhalb der vereinbarten Grenzen beim Mitarbeiter.
Das bedeutet allerdings nicht, dass die Führungskraft ihre eigene Verantwortung abgibt. Sie bleibt verantwortlich für die Delegationsentscheidung, einen angemessenen Rahmen und die Auswahl einer geeigneten Person. Der Mitarbeiter übernimmt Verantwortung für die vereinbarte Umsetzung.
Gute Delegation schafft Klarheit darüber, wer wofür genau verantwortlich ist.
Fünf Schritte helfen dabei.
Am Anfang jeder Delegation steht die Frage:
Was soll am Ende erreicht sein? Was genau ist das Ergebnis?
Beschreiben Sie nicht vorschnell die Tätigkeit, sondern das gewünschte Ergebnis. Sorgen Sie dafür, dass beide Seiten darunter dasselbe verstehen.
Klären Sie insbesondere:
Das Warum ist dabei keine motivierende Dekoration. Es liefert wichtige Informationen für selbstständige Entscheidungen. Wer den Zweck einer Aufgabe nicht kennt, kann bei unerwarteten Schwierigkeiten nur den vorgegebenen Prozess fortsetzen oder beim Vorgesetzten nachfragen. Wer das Ziel und seine Bedeutung verstanden hat, kann nach einer passenden Alternative suchen.
Erfolgreiches Delegieren beginnt deshalb nicht mit einer ausführlichen Arbeitsanweisung, sondern mit einem gemeinsamen Verständnis des Ergebnisses.
„Machen Sie das selbstständig“ ist keine ausreichende Beschreibung eines Handlungsspielraums. Mitarbeitende müssen wissen, was sie eigenständig entscheiden dürfen und an welchen Stellen eine Abstimmung erforderlich ist.
Klären Sie deshalb:
So viel Freiheit wie möglich und so viel Orientierung wie nötig: Das klingt einfach, muss aber für jede Aufgabe neu austariert werden. Zu enge Vorgaben verhindern Eigenverantwortung. Fehlende Leitplanken erzeugen dagegen Unsicherheit und vermeidbare Risiken.
Delegation bedeutet nicht, einen Mitarbeiter allein zu lassen. Sie bedeutet, ihm einen klar definierten Raum zu geben, in dem er handeln und entscheiden kann.
Eine Aufgabe ist nicht erfolgreich delegiert, nur weil ein Mitarbeiter sie angenommen hat. Prüfen Sie gemeinsam, ob die notwendigen Voraussetzungen vorhanden sind:
In Modellen des situativen Führens wird häufig vom „Reifegrad des Mitarbeiters“ gesprochen. Der Begriff kann missverstanden werden. Es geht nicht darum, einen Menschen insgesamt als reif oder unreif einzustufen. Entscheidend ist seine aufgabenbezogene Kompetenz und Sicherheit.
Eine erfahrene Mitarbeiterin kann eine vertraute Aufgabe weitgehend selbstständig übernehmen und bei einer neuen Aufgabe trotzdem intensive Orientierung benötigen. Ein Berufseinsteiger kann in einem Spezialgebiet bereits über mehr Fachwissen verfügen als seine Führungskraft.
Fragen Sie deshalb: Welche Erfahrung, Kompetenz und Sicherheit besitzt dieser Mitarbeiter bei genau dieser Aufgabe? Davon hängt ab, wie weit der Handlungsspielraum sein kann und wie eng die Begleitung zunächst gestaltet werden sollte.
Delegation kennt zwei problematische Extreme. Beim ersten kontrolliert die Führungskraft jeden Schritt. Der Mitarbeiter muss ständig berichten und erlebt keinen eigenen Gestaltungsspielraum. Beim zweiten übergibt die Führungskraft die Aufgabe und verschwindet. Erst am Abgabetermin stellt sie fest, dass das Ergebnis nicht den Erwartungen entspricht. Beides ist schlechte Delegation.
Vereinbaren Sie stattdessen passende Rückmeldepunkte:
Die Häufigkeit der Rückmeldung richtet sich nach Aufgabe, Risiko und aufgabenbezogener Erfahrung. Sie dient nicht der permanenten Kontrolle, sondern der rechtzeitigen Unterstützung.
Ein Zwischenstand sollte deshalb nicht zur nachträglichen Detailsteuerung werden. Fragen Sie zunächst:
So bleibt die Verantwortung beim Mitarbeiter.
Der schwierigste Teil der Delegation beginnt nach dem Gespräch.
Nun muss die Führungskraft aushalten, dass ein anderer Mensch möglicherweise einen anderen Weg wählt. Vielleicht sieht die Präsentation anders aus. Vielleicht organisiert der Mitarbeiter die Zusammenarbeit anders. Vielleicht würde die Führungskraft selbst schneller vorgehen. Anders ist jedoch nicht automatisch schlechter.
Wenn Sie bei jeder Abweichung eingreifen, Entscheidungen zurücknehmen oder die Aufgabe wieder an sich ziehen, vermitteln Sie eine klare Botschaft: Verantwortlich bin am Ende doch nur ich.
Mitarbeitende lernen dann, lieber abzuwarten und sich abzusichern. Das schützt sie vor Kritik, verhindert aber genau die Eigenverantwortung, die Führungskräfte von ihnen erwarten.
Verantwortung zu übergeben bedeutet deshalb auch:
Klären Sie ebenfalls, welche tatsächlichen Folgen das Ergebnis für Kunden, Kollegen, Termine oder weitere Prozesse hat. Konsequenzen sollten nicht als Drohung formuliert werden. Mitarbeitende müssen aber verstehen, warum Verlässlichkeit wichtig ist und welche Wirkung ihr Beitrag auf andere hat.
Leadership Training
Menschen verstehen – Mitarbeiter führenNeurologische Führung in der Praxis. – Wenn Sie Verhalten verstehen und richtig einordnen, entsteht Wirkung: mehr Eigenverantwortung, mehr Leistung, weniger Reibung. In diesem intensiven Training lernen Sie, wie Sie mit Neurologischer Führung gezielt Einfluss nehmen und das Potenzial Ihrer Mitarbeitenden in echte High Performance übersetzen.
Viele Führungskräfte erledigen Aufgaben selbst, weil es vermeintlich schneller geht. Kurzfristig stimmt das möglicherweise. Langfristig entsteht daraus jedoch ein kostspieliges Muster: Die Führungskraft wird zum Engpass, während ihre Mitarbeitenden kaum Gelegenheit erhalten, Erfahrung und Entscheidungskompetenz aufzubauen.
Erfolgreiches Delegieren spart deshalb nicht beim ersten Mal Zeit. Es ist zunächst eine Investition. Sie investieren in Klarheit, Kompetenz und Vertrauen. Mit jeder gut begleiteten Aufgabe wächst der Handlungsspielraum und der Reifegrad des Mitarbeitenden. Gleichzeitig gewinnt die Führungskraft Zeit für die Aufgaben, die tatsächlich nur sie übernehmen kann.
Die entscheidende Frage lautet:
Wie übergebe ich sie so, dass Verantwortung, Kompetenz und Verlässlichkeit entstehen?
Gute Delegation verteilt nicht einfach Arbeit. Sie entwickelt Menschen und macht Führung wirksamer.

Feedback & Würdigung gehören zusammen. Sonja Hollerbach ist Feedback-Expertin. Mit Ihr habe ich ein Interview geführt.

Würdigung und Feedback in der Neurologischen Führung stärkt die Mitarbeiter, lässt Feedback gelingen und entwickelt die Mitarbeiter.

Feedback in der Neurologischen Führung hat immer das Ziel, den Mitarbeiter zu stärken und wachsen zu lassen.

In Krisen besteht die Gefahr, dass Menschen, Familien oder Gesellschaften zusammenbrechen. Andere wachsen. Wie gehts das?

Die emotionale Bindung der Mitarbeiter entscheidet, ob sie motiviert sind und gesund bleiben. Diese Erkenntnis ist noch kaum in den Unternehmen angekommen.

Partizipation ist ein Grundprinzip der Neurologischen Führung, das zu hohem Engagement und Commitment der Mitarbeiter führt.

Fokussierung in der Neurologischen Führung bedeutet, sich selbst und die Mitarbeiter auf das zu fokussieren, was erreicht werden soll.

Verstehbarkeit fördert Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Ich zeige Ihnen, wie Sie diese im Führungsalltag erzeugen.

Erfolgreiche Führung ist die Anleitung und Inspiration zur Selbstführung der Mitarbeiter. Dies gilt besonders für Führen auf Distanz.
Impulse für exzellente Führungskräfte.