Viele Mitarbeitergespräche scheitern, bevor sie überhaupt beginnen
Verbundenheit - Das mächtigste Grundprinzip Neurologischer Führung

In den kommenden Wochen werden wieder tausende Mitarbeitergespräche geführt. Führungskräfte bereiten sich sorgfältig vor. Formulare werden ausgefüllt. Ziele bewertet. Entwicklungsmaßnahmen geplant. Und trotzdem verlassen viele Mitarbeitende das Gespräch mit dem Gefühl: “Eigentlich hat sich nichts verändert.” Vielleicht liegt das Problem gar nicht im Gespräch selbst, sondern in den Monaten davor?

Das Missverständnis

Viele Führungskräfte erwarten vom jährlichen Mitarbeitergespräch erstaunlich viel. Es soll motivieren, vertrauen stärken, Feedback geben, Entwicklung ermöglichen, Konflikte lösen und neue Ziele vereinbaren.

Außerdem soll es noch Begeisterung für das kommende Jahr wecken. Kurz gesagt: Ein einziges Gespräch soll das leisten, was im Führungsalltag oft zu kurz gekommen ist. Das kann kaum funktionieren.

Führung entsteht nicht an einem Tag

Vertrauen entsteht nicht im November, Verbundenheit entsteht nicht im Jahresgespräch, Wertschätzung entsteht nicht durch einen Satz auf dem Beurteilungsbogen und Eigenverantwortung entsteht nicht dadurch, dass sie einmal im Jahr eingefordert wird.

All das entsteht jeden Tag – oder eben nicht.

Das Mitarbeitergespräch macht deshalb häufig nur sichtbar, was im Laufe des Jahres entstanden ist.

Warum viele Führungskräfte dafür keine Zeit haben

Fast jede Führungskraft kennt den Satz: “Für gute Mitarbeitergespräche fehlt mir einfach die Zeit.” Die spannendere Frage lautet: Warum fehlt Zeit für ein gutes Mitarbeitergespräch?

Viele Führungskräfte verbringen einen großen Teil ihres Tages damit,

  • Probleme selbst zu lösen,
  • Entscheidungen nachzubessern,
  • Rückfragen zu beantworten,
  • operative Aufgaben zu übernehmen,
  • Brände zu löschen.

Sie arbeiten hoch engagiert – und oft an der falschen Stelle. Gerade deshalb bleibt kaum Zeit für echte Führung. Das Mitarbeitergespräch wird dann zum Versuch, zwölf Monate Führung in neunzig Minuten nachzuholen.

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Das eigentliche Mitarbeitergespräch findet jeden Tag statt

Jede Frage, die Sie stellen, jede Entscheidung, die Sie treffen, jedes Feedback, jede übertragene Verantwortung, jedes ehrliche Interesse – all das ist bereits Mitarbeitergespräch.

Das Jahresgespräch sollte deshalb keine Generalabrechnung sein. Es sollte die logische Fortsetzung einer guten Führungsbeziehung sein.

Worüber sollten Sie stattdessen sprechen?

Natürlich gehören Ziele, Entwicklung und Zusammenarbeit in ein Mitarbeitergespräch.

Mindestens genauso wichtig sind jedoch Fragen wie:

  • Was hat Ihnen im vergangenen Jahr das Arbeiten erleichtert?
  • Wann konnten Sie Ihre Stärken besonders gut einsetzen?
  • Wo übernehmen Sie heute mehr Verantwortung als noch vor einem Jahr?
  • Was hindert Sie daran, noch wirksamer zu arbeiten?
  • Was kann ich als Führungskraft verändern, damit Sie erfolgreicher sein können?

Solche Fragen verändern nicht nur das Gespräch, sondern die Beziehung.

Führung geht heute anders

Viele Führungskräfte möchten bessere Mitarbeitergespräche führen. Vielleicht ist das gar nicht die entscheidende Herausforderung. Es geht vielmehr darum, den Führungsalltag so zu gestalten, dass das Mitarbeitergespräch keine Reparaturmaßnahme mehr sein muss.

Denn gute Mitarbeitergespräche beginnen nicht mit einer Einladung im Kalender. Sie beginnen mit guter Führung – jeden einzelnen Tag.

Genau darum geht es im Intensivtraining „Führung geht heute anders“.

Denn wer seinen Führungsalltag verändert, verändert auch die Qualität seiner Mitarbeitergespräche.

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  • Schreiben Sie Ihre Frage gerne unten in die Kommentare. Oder:
  • Schreiben Sie mir eine eMail unter [email protected].

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