Innovation scheitert am relativen Statusverlust
Innovation und relative Statusverluste bzw. -gewinne

Eine Studie, warum Ideen und Innovation oft – bewusst oder unbewusst – unterbunden wird, zeigt den neurologischen Mechanismus unseres Gehirns. Natürlich sollten gute Ideen verfolgt und umbesetzt werden. Aber was, wenn sie nicht vom Chef, sondern vom Mitarbeiter kommen.

Kernaussagen

  • Scheitern gute Ideen im Top-Management, verlieren FK überproportional
  • Gewinnen gute Ideen im Top-Management, gewinnen MA überproportional
  • Die Lösung liegt in der Abwendung vom Ego und in der Hinwendung zum gemeinsamen Wir.

Nehmen wir an, ein engagierter Mitarbeiter hat eine gute Idee, die er vorschlägt, umzusetzen. Er trägt diese seinem Chef vor. Dieser ist begeistert und unterstützt die Idee. Da die Umsetzung der Innovation eine kleine Veränderung im Unternehmen bedeutet, muss diese noch der Geschäftsführung vorgetragen werden. Jetzt kann es zwei Entscheidungen geben: Idee wird umgesetzt oder Idee wird nicht umgesetzt.

Idee wird umgesetzt

Nehmen wir weiter an, dass die Idee so gut ist, dass die Geschäftsführung der Umsetzung zustimmt. Dies hat Auswirkung auf den jeweiligen Status des Mitarbeiters, aber auch des Vorgesetzten.

Der gefühlte Status des Mitarbeiters steigt, weil er die Idee hatte und diese nun umgesetzt wird. Er hatte also eine gute Idee, von der das Team oder das ganze Unternehmen profitiert.

Der gefühlte Status des Vorgesetzten steigt auch. Er hat einen guten Mitarbeiter, hat diesen gefördert und dessen Idee protegiert.

Aber: Gefühlt wächst der Status des Mitarbeitenden stärker als der des Vorgesetzten. Das bedeutet, dass der Chef relativ gesehen verliert. Das Gehirn konnotiert dies als Verlust, der unangenehm ist und als nicht gerecht empfunden wird. Das hat zur Folge, dass Innovation oder Verbesserungsvorschläge zukünftig eher nicht weiter unterstütz werden.

Leadership Training

Leadership-Training Neurologische FührungMitarbeiter verstehen – Potenziale entfalten

Mit Neurologischer Führung zu High-Performance-Teams. – Erlebst Du Deine Mitarbeiter als Bremse oder als Antrieb? In diesem Seminar entdeckst Du, wie Menschen ticken. Neurologische Führung hilft Dir, Menschen zu verstehen, Einfluss zu nehmen und ihr volles Potenzial zu entfalten.

Hier gibt es mehr Informationen …

Idee wir nicht umgesetzt

Wird die vorgetragene Idee des Mitarbeiter zwar vom Vorgesetzten unterstützt, die Geschäftsführung lehnt den Vorschlag aber ab, so hat dies ebenfalls Auswirkung auf den jeweilig empfunden Status.

Der gefühlte Statuts des Mitarbeitenden sinkt, weil seine Idee abgelehnt wurde. Frust und Demotivation könnten die Folge sein, immerhin aber ein Rückschlag aus der Ablehnung, die er möglicherweise sehr persönlich konnotiert.

Der gefühlte Status der Führungskraft sinkt aber auch – leider noch stärker, als der des Mitarbeitenden. Das fühlt sich nach ungerechtem Statusverlust an. Zukünftig wird die Führungskraft weitere Ideen der Mitarbeiter eher kritisch bewerten und selten bis gar nicht vortragen.

Die Führungskraft verliert

Unterstützt eine Führungskraft eine Innovation des Mitarbeiters, wird sie – egal ob die Geschäftsführung den Vorschlag annimmt oder nicht – verlieren. Dies ist ein unbewusster Prozess, der sehr häufig zur Unterdrückung oder Ignoranz von Verbesserungsvorschlägen der Mitarbeitenden führen kann. Da dies ein unbewusster Prozess des Gehirns ist, in dem Statusverluste immer relativ zu anderen betrachtet werden, lässt sich nur sehr bewusst gegensteuern. Und, bevor das geschieht, hat das Gehirn bereits sehr viele Gründe gefunden, einen Vorschlag des Mitarbeiters nicht zu untersützen – egal wie gut dieser ist.

Die Lösung

Die beschriebene negative Auswirkung auf den Status der Führungskraft hängt davon ab, wie stark das eigene Ego im Zentrum des Handelns steht. Statusverlust, direkt oder relativ, ist immer ein Angriff auf das Ego. Dessen müssen wir uns als Führungskraft bewusst werden. Wir können im positiven Fall uns darüber freuen, dass der Mitarbeiter sich engagiert und eine Idee vorgetragen hat, die jetzt umgesetzt wird. Wir können im negativen Fall auch (vorzugsweise gemeinsam) beklagen, dass die Idee abgelehnt wurde. Eine Abwendung vom Ego zum Wir hilft uns, mit den relativen Statusverlusten besser umzugehen.

Und das hilft dem Mitarbeiter, gerne neue Ideen zu entwickeln und vorzutragen. Denn es geht um Innovation in der gemeinsamen Sache und nicht um das Ego eines Einzelnen.

Welche Frage darf ich Dir beantworten?

  • Schreibe Deine Frage gerne unten in die Kommentare. Oder:
  • Schreibe mir eine eMail unter [email protected].

Teile gerne auch Deine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema in den Kommentaren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge und Impulse …

Mitarbeiterbindung - MARCUS HEIN - Fachkräftemangel vermeiden
Marcus Hein

Fachkräftemangel wirksam bekämpfen

Fachkräftemangel ist inzwischen weit verbreitet. Immer mehr Unternehmen müssen Aufträge ablehnen, weil das geeignete Personal fehlt, wie das ZDF kürzlich berichtete (externer Link). Führungskräfte verweisen dann oft auf die allgemeine Situation, die Unternehmenspolitik oder dass potenzielle Bewerber zwar hohe Forderungen formulieren, aber wenig Leistungsbereitschaft  zeigen. Aber sind Sie als Führungskraft tatsächlich handlungsunfähig?Die Bundesanstalt für Arbeit

Jetzt lesen ...
Remote Leadership ist wie Dirigieren
Marcus Hein

Delegieren – Remote Leadership ist wie Dirigieren

Remote Leadership ist für viele Führungskräfte wie ein Brennglas auf die Führungskompetenzen. Delegieren fällt vielen schon in Präsenz schwer, auf Distanz ist es eine der größten Herausforderungen. Dabei ist Remote Leadership wie Dirigieren – Kontrolle ab- aber nicht aufgeben. In einem meiner ersten Remote Leadership-Training hatte ich einen Teilnehmer mit viel Führungserfahrung. Beim Thema Delegieren

Jetzt lesen ...
Team-Zusammenstellung - Sorgen Sie für VIelfalt
Marcus Hein

Team-Zusammenstellung – Sorgen Sie für Vielfalt

Die Team-Zusammenstellung hat immer die Vielfalt als Grundprinzip. Dies gilt nicht nur für Alter und Erfahrung, sondern auch für Ausbildung und Spezialisierung. Doch warum ist das wichtig und wie sorgen Sie dafür? Menschen wollen bedeutsam sein. Sie engagieren sich überdurchschnittlich für Dinge, in denen sie eine Bedeutung haben. Bedeutsam zu sein, erzeugt positive Emotionen –

Jetzt lesen ...
Das PERMA-Modell - Die Macht der Positiven Psychologie für Führungskräfte
Marcus Hein

Das PERMA-Modell – Die Macht der Positiven Psychologie

Kennen Sie das PERMA-Modell? – Ich stelle Ihnen das Modell vor und zeige den Nutzen für Ihren Führungsalltag. Personal- und Fachkräftemangel, Generationen X, Y und Z, Veränderungen sowie  Unsicherheiten durch Globalisierung und Beschleunigung stellen Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Das PERMA-Modell hilft, sie zu beheben. Sie werden noch erfolgreicher. Das PERMA-Modell Martin E. P. Seligman entwickelt das

Jetzt lesen ...
Die Extrameile gehen - Wie MitarbeiterInnen sich intrinsisch motivieren.
Marcus Hein

Die Extrameile und PERMA

Freuen Sie sich auch über MitarbeiterInnen, die die Extrameile gehen? Vermutlich ja. Und was wir beobachten können ist, dass das dem Mitarbeitenden gar nicht wie die Extrameile vorkommt und er oder sie sogar Freude daran hat. Sofort wünschen wir uns das von allen MitarbeiterInnen. Doch wäre das überhaupt jeder/m möglich? Wir schauen in das PERMA-Modell.

Jetzt lesen ...
Grundprinzipien Neurologische Führung - So gelingt Führung
Marcus Hein

Ergebnisorientierung – Grundprinzip wirksamer Führung

Die Neurologische Führung folgt 9 Grundprinzipien. Eines dieses Prinzipien ist Ergebnisorientierung. Die meisten Führungskräfte werden zustimmen, dass das ein starkes Prinzip motivierender Führung ist. In der Praxis wird dieses Prinzip jedoch höchst selten angewandt. Ergebnisorientierung liefert das Warum „Herr Hein, wie Sie das machen, ist mir egal. Mich interessiert nur das Ergebnis.“ Diesen Satz hörte

Jetzt lesen ...
Ziel und Zielformulierung
Marcus Hein

Der Hauptgrund, warum Zielformulierungen scheitern.

Wenn Ziele nicht erreicht werden, hat das vielfältige Gründe, auch die Zielformulierung. Und zugegeben, die meisten werden ja erreicht. Und wenn nicht, hat man meist genügend Zeit zu überlegen, warum diese Ziele gar nicht erreicht werden konnten. Außerdem werden in der Regel Ziele oft auch soweit nach unten gesetzt, damit sie mit genügend Puffer für

Jetzt lesen ...
Feedback geben und nehmen - Die WWW-Methode
Marcus Hein

Feedback geben mit der WWW-Methode

Feedback in Form von Kritik und/oder Lob und Anerkennung ist im täglichen und beruflichen Leben unumgänglich. Es ist die kommunikative Äußerung eines Bewertungsprozesses in unserem Gehirn. Leider läuft dieser Prozess – unreflektiert – völlig automatisch ab. Die WWW-Methode hilft, diesen Bewertungsprozess zu reflektieren und wachstumsorientiertes Feedback zu geben. Hier stelle ich die Methode vor. Zunächst

Jetzt lesen ...
Nach oben scrollen
Blog - Leadership-Impulse - MARCUS HEIN - Akademie für Neurologische Führung
Impulsletter abonnieren

Impulse für exzellente Führungskräfte.

Ihre Anmeldung

Angaben mit * sind Pflichtangaben.

 

Mit Angabe meiner Daten und Absenden der Anmeldung erkläre ich mich einverstanden, den hier bestellten Newsletter per E-Mail zu erhalten. Meine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere ausführliche Informationen in der
Datenschutzerklärung

 
Angaben mit * sind Pflichtangaben.