
Mythos #7 – High Performance macht einsam
High Performance macht den Durchschnitt kaputt. Führungskräfte erleben sich dann häufig einsam. Muss das so sein?
Als Führungskraft wird es Ihr Ziel sein, das Verhalten Ihrer Mitarbeitenden positiv zu beeinflussen und in eine zieldienliche Richtung zu lenken. Dabei stellt sich die Frage, wie Sie das Verhalten beeinflussen können. Hierzu zeige ich Ihnen aus der Neurologischen Führung das Grundprinzip Fokussierung, mit dem Ihnen das ganz leicht gelingt.
Das Verhalten eines Menschen resultiert nahezu vollständig unbewusst aus Erfahrungen, Erwartungen und der Richtung der Aufmerksamkeit. Natürlich haben Sie einen Grund, warum Sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten. Doch diese Gründe reichen Sie nach, handlungsleitend sind unbewusste Prozesse.
Sie als Führungskraft können das Verhalten Ihrer MitarbeiterInnen beeinflussen, in dem Sie die Aufmerksamkeit, den Fokus, auf Erwünschtes richten. Ganz oft tun wir das aber nicht. Wir sprechen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über Fehler, Missstände, problematische Entwicklungen oder gar Horrorszenarien. Wir Menschen sind dafür grundsätzlich auch viel empfänglicher, da wir früher auf Gefahren und Bedrohungen achten mussten. Nur so haben wir überhaupt überlebt. Doch die Zeit ist vorbei. Und Leistungsorientierung braucht eine andere Aufmerksamkeit.
In einer Studie sollten Probanden – eingeteilt in Gruppe A und B – eine sprachliche Übung absolvieren. Sie sollten aus einer vorgegebenen Liste unterschiedlich langer Wörter neue, sinnvolle Sätze bilden. Was sie nicht wussten, dass auf der Liste für Gruppe A Wörter von Krankheit, Gebrechen und körperlichen Einschränkungen und für Gruppe B Wörter von Gesundheit, Sport und körperlicher Vitalität standen. Nach dieser Übung durften die Probanden den Raum über einen bestimmten Weg und eine Treppe verlassen. Dieser Weg nach Draußen war der eigentliche Gegenstand der Studie. Man maß die Geschwindigkeit, mit der die Probanden den Weg zurücklegten. Vielleicht ahnen Sie es schon: Die Probanden aus Gruppe A brauchten durchschnittlich deutlich länger für diesen Weg, als die Gruppe B. Das sogenannte Priming führte dazu, dass Probanden ihr Verhalten anpassten.
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Hinter dieser Studie steckt das neurologische Grundprinzip der Fokussierung. Die Probanden der Gruppe A waren auf Krankheit und Gebrechlichsein geprimt. Das führte zu einem bestimmten Verhalten. Bei der Gruppe B war es genauso, nur mit positiver Orientierung.
Fokussierung bedeutet in der Neurologischen Führung, dass wir uns und unsere Mitarbeitenden auf Erwünschtes fokussieren (oder primen). Wollen wir unsere Verkäufer auf starke Verkäufe fokussieren, dürfen wir Ihnen nicht von schwierigen Marktverhältnissen oder insolvente Kunden erzählen. Wollen wir, dass unsere Mitarbeiter ein Problem lösen, dürfen wir ihnen nicht permanent von der Schwierigkeit des Problems erzählen.
Fokussierung bedeutet in der Neurologischen Führung, dass wir unsere Mitarbeitenden auf erwünschtes Verhalten ausrichten. Wir erzählen vom in der Zukunft erreichten Ziel. Wie berichten über positive Entwicklungen, über die Stärken unserer Mitarbeiter und was sie schon alles erreicht haben. Wir sprechen über die Leistungsfähigkeit des Teams und was wir Großartiges in dieser Woche erreichen werden. Wir feiern Erfolge.
Achten Sie in den nächsten Tagen einmal genau darauf, über was Sie mit Ihren Mitarbeitenden sprechen. Und schauen Sie dann auch darauf, welche Wörter Sie verwenden. Im Übrigen können Sie auch auf Ihre Sprachwahl Ihnen selbst gegenüber achten. Nicht selten korrigiere ich in meinen Coachings und Trainings die Teilnehmer und mache sie auf negativ besetzte Äußerungen aufmerksam.

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