
Home Office – Weiter Raum für wechselseitige Spekulationen
Home Office und Spekulationen. Gerade bei Home Office gibt es zwischen Chef und Mitarbeiter viel Raum für Spekulationen. Wie Sie das verhindern?
Sind Sie sich Ihrer Stärken bewusst?
Gehören Sie zu den Führungskräften, die pausenlos unter Druck stehen, die Tage und Wochen nur so vorbeiziehen, die meisten Dinge liegenbleiben, Sie laufend nur Probleme lösen müssen und zu Ihrer eigentlichen Arbeit nicht kommen? Reagieren Sie nur noch, statt zu agieren? Peter Drucker sagte, dass der wichtigste Mensch, den man führen muss, man selbst sei. Ich teile diese Ansicht: Wer sich selbst nicht führt, kann auch andere nicht führen.
Ihre Chefin und Ihr Chef, Ihre Kunden und Lieferanten, sogar Ihre MitarbeiterInnen und KollegInnen treiben Sie vor sich her. Sie hetzen von Meeting zu Meeting. Außerdem werden Sie von Ihrem eMail-Postfach beschäftigt. Sie sind Geführte/r, für Führung bleibt keine Zeit – schon gar nicht für gute Führung.
Darf ich Sie etwas fragen? Wie wichtig sind Sie sich eigentlich? Wieviel beschäftigen Sie sich mit sich selbst? Wie gut kennen Sie sich und wie gut kennen Sie Ihre eigentlichen Stärken.
Aktuell beschäftige ich mich sehr intensiv mit der Positiven Psychologie und der Übertragung der Erkenntnisse auf Führung. Ein zentrales Element der Positiven Psychologie ist, sich seiner Stärken bewusster zu werden und diese zielgerichtet einzusetzen. Ich selbst kann einigermaßen gut Klavier spielen. Vor zwei Jahren bekam ich ein Klavier geschenkt, musste es aber selbst abholen. Also musste ich mit drei anderen starken Männern dieses Klavier tragen. Am nächsten Tag ging es meinem Rücken sehr schlecht. Klavierspielen ist sicher meine Stärke und auch konsequent zu üben. Klaviertragen hingegen überhaupt nicht. Dafür fehlen mir Muskeln und Übung. Darüber hatte ich aber mal wieder nicht nachgedacht und einfach – aktionistisch gemacht.
Leadership Training
SelfCare ManagementSie führen Mitarbeitende, Projekte oder ganze Bereiche – doch wer führt eigentlich Sie? – Wenn Troubleshooting, Termine, Postfach, Chat und die Erwartungen anderer Ihren Führungsalltag bestimmen, wird aus Führung irgendwann nur noch Funktionieren. In diesem Leadership-Training gewinnen Sie die Führung über Ihren eigenen Alltag zurück – aus Drehzahl entsteht wieder mehr Drehmoment.
Hätte ich statt des Klaviertransports drei Stunden Klavierspielen geübt, hätte ich einen Fortschritt erzielt, drei Stunden sehr glückliche Momente und Erfolgserlebnisse gehabt und wäre an den nächsten Tagen beschwerdefrei gewesen. Sie sehen, Stärken bewusst einzusetzen hat gravierende Vorteile. Dinge zu tun, die nicht den Stärken ensprechen, schafft Probleme. Deshalb sollten wir über unsere Stärken reflektieren. Dazu zeige ich Ihnen eine Methode, die Sie am besten zu einem allabendlichen Ritual werden lassen.
Nehmen Sie sich jeden Abend, am besten vor dem Einschlafen, zehn Minuten Zeit (mehr brauchen Sie wirklich nicht!) und beantworten Sie fogende vier Fragen (ich habe mir dazu einfach ein Kalenderbuch zugelegt):
Schreiben Sie mindestens drei Dinge auf, die besonders gelungen sind oder die Ihnen einfach nur richtig Freude oder Spaß gemacht haben.
Diese Frage ist schon etwas schwieriger zu beantworten. Doch wenn wir unsere eigenen Stärken einsetzen, empfinden wir uns lebendiger (stärker, wirksamer, erfolgreicher, …). Spüren Sie da einfach in sich hinein und reflektieren Ihren Tag. Statt “lebendig” passt für Sie vielleicht besser “energiegeladen” oder “aktiv”.
Dankbarkeit ist nicht nur eine christliche Grundhaltung. Sie zeigt auch auf der physiologischen und psychologischen Ebene, dass wir in einen positiven Zustand wechseln oder diesen verstärken. Probieren Sie es mal aus und machen Sie es sehr konkret, vielleicht sogar an ganz kleinen (fast selbstverständlichen) Dingen.
Die letzte Frage ist eigentlich die zentrale, wenn es darum geht, sich der eigenen Stärken bewusst(er) zu werden. Nutzen Sie dazu auch die ersten drei Fragen.
Mich hat diese Übung sehr positiv überrascht. Das Journaling oder Tagebuch-/Dankbarkeitsbuch-Schreiben kannte ich seit vielen Jahren. Doch plötzlich zeigten sich mir mit dieser Übung Stärken, die ich – scheinbar unbewusst – in positiven und gelingenden Situationen einsetze, die ich aber niemals als solche genannt hätte. Schnell wurde mir klar, dass es in meiner Kindheit einflussreiche Menschen gegeben hat, die mir ständig gesagt haben, dass ich faul und inkonsequent bin und bloß nicht auffallen sollte – immer hübsch bescheiden sein. Also hielt ich meine Stärken zurück, blieb damit aber auch unter meinen Möglichkeiten.
Wenn ich heute stärkenbewusst handel, bin ich zufrieden, ausgeglichener und habe mehr Erfolgserlebnisse. Gleichzeitig fallen mir Stärken meiner Mitmenschen viel stärker auf. Im Führungskontext kann ich MitarbeiterInnen ihre Stärken bewusst machen und ihnen dann ebenfalls zu deutlich mehr Erfolgserlebnissen verhelfen. Peter Drucker hatte also Recht: Zu erst sich selbst gut führen. Dann klappt es auch mit dem Mitarbeitenden.
Mir ist noch ein Hinweis wichtig, der sie möglicherweise von dieser Routine abhält: Sie werden durch diese Übung unweigerlich stärker. Ich meine diesen Hinweis wirklich ernst. Nicht jeder erträgt, dass Sie stärker und erfolgreicher werden und dabei auch noch glücklicher sind. Rechnen Sie mit dem Besten.

Home Office und Spekulationen. Gerade bei Home Office gibt es zwischen Chef und Mitarbeiter viel Raum für Spekulationen. Wie Sie das verhindern?

Volle Kalender und lange Arbeitstage sind kein Beweis für gute Führung. Warum Führungswirkung wichtiger ist als Beschäftigung.

Gute Führung muss manchmal unbequem sein . Warum der Wunsch, allen zu gefallen, Führungswirkung kostet – und wie echte Führung entsteht.

Das Mitarbeitergespräch ist oft eine lästige Pflicht. Wir zeigen, wie Sie dieses Gespräch exzellent führen.

„Sie müssen Ihre Mitarbeiter häufiger loben.“ Diesen Rat erhalten Führungskräfte immer wieder. Lob soll motivieren, Leistung fördern und für ein gutes Arbeitsklima sorgen. Doch so einfach ist es nicht.Ein beiläufiges „Gut gemacht“ kann wirkungslos bleiben. Ein überschwängliches Lob kann unglaubwürdig erscheinen. Und manchmal löst eine vermeintlich positive Rückmeldung beim Mitarbeiter sogar Misstrauen aus: Was will

Führungskraft werden und Führungskraft sein, zwei oft widersprüchliche Vorgänge: Fachkompetenz bringt nach oben, hält aber nicht oben.

Erfolgreich delegieren: Fünf Schritte, mit denen Sie Verantwortung klar übergeben, Eigenverantwortung stärken und wirksamer führen.

Limits sprengen – Wann Mitarbeiter über sich hinaus wachsen. Was können Führungskräfte tun, um ihre Mitarbeitenden wachsen zu lassen?
Impulse für exzellente Führungskräfte.