
Warum Internale Führungskräfte selten Feedback geben und demotivieren.
Internale Führungskräfte geben kaum Feedback. Das demotiviert externale Mitarbeiter sehr.
Was tun sie, wenn ein Konflikt offen zu Tage tritt und nicht mehr von Ihnen ignoriert werden kann? In diesem Beitrag zeige ich, wie Neurologische Führung hilft, Konflikte konstruktiv zu lösen, ohne zwischen die Fronten zu geraten.
Es gibt einen Punkt, an dem ein Konflikt nicht mehr ignoriert werden kann: Der Konflikt ist offen und für jeden sichtbar, Emotionen sind im Raum, Positionen wirken verhärtet und das Team beobachtet, wie Du reagierst. Nichtstun ist jetzt das falsche Signal. Jetzt entscheidet sich Führungswirkung. Dabei geht es viel weniger um eine bestimmte Methode, sondern um Deine Haltung, Präsenz und die Qualität der Signale, die Du sendest. Genau hier zeigt sich, ob Führung neurobiologisch wirksam ist – oder unbewusst eskaliert.
Führungskräfte steigen oft zu früh in Inhalte ein, suchen schnelle Lösungen, appellieren an Vernunft oder versuchen, sachlich zu argumentieren. Neurobiologisch ist das wirkungslos, solange das Gehirn der Beteiligten im Alarmmodus ist. Ein aktiviertes Bedrohungssystem kann keine Lösungen verarbeiten. Wer Inhalte klären will, bevor der Zustand geklärt ist, verstärkt den Konflikt ungewollt.
Bedenke bitte: Emotion schlägt immer die Sachebene. Wir können nicht mehr klar denken. Gehst Du zu früh auf die Sachebene, stößt Du auf erhitzte Gemüter, auf hochgekochte Emotionen, was nicht immer offensichtlich ist. In diesem Zustand werden die Kontrahenten nicht sachlich argumentieren können. Das bringt Dich dann ebenfalls auf die Palme – und jetzt sind drei erhitzte Gemüter beisammen. Das ist der Punkt, an dem Du verlierst.
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Neurologische Führung setzt an einem einfachen, aber entscheidenden Prinzip an: Erst die Emotionen wahrnehmen und beruhigen, dann die Sache klären. Solange Unsicherheit, Statusbedrohung oder Kontrollverlust erlebt werden, blockiert der präfrontale Cortex. Ist erst Sicherheit hergestellt, beruhigt sich das neuronale Angstsystem und das bewusste Denken wird wieder möglich. Das braucht von Dir Präsenz, den richtigen Ton, eine klare Struktur und das unbedingte Verstehen-wollen, warum die Gemüter erhitzt sind.
Das erste Prinzip ist Sicherheit herstellen. Dut sorgst für einen klaren Rahmen, einen ruhigen Einstieg, eine transparente Gesprächsstruktur und vermeidest Bewertungen oder Schuldzuweisungen. Allein diese Faktoren senken die Bedrohungswahrnehmung messbar.
Das zweite Prinzip ist Beziehung stabilisieren. Die Perspektiven beider Seiten nimmst du ernst, ohne sie zu bewerten. Statusverluste werden so vermieden, echtes Interesse signalisiert. Verbundenheit ist kein Wohlfühlthema, sondern eine neurobiologische Voraussetzung für Kooperation.
Das dritte Prinzip ist Fokus nach vorne. Sobald Sicherheit und Beziehung stabilisiert sind, richtest Du den Blick auf Ziele, Erwartungen und nächste Schritte. Das aktiviert das Belohnungssystem und erzeugt Handlungsfähigkeit.
Unter Stress neigst Du dazu, zu schnell zu entscheiden, Partei zu ergreifen, Harmonie erzwingen zu wollen oder den Konflikt persönlich zu nehmen. All das sind Schutzreaktionen des eigenen Nervensystems. Doch genau diese Reaktionen verstärken beim Gegenüber das Gefühl von Bedrohung. Führung verliert dann ihre stabilisierende Wirkung, Du wirst selbst Teil des Konflikts.
In einem Projektteam kam es zu einem offenen Konflikt zwischen zwei erfahrenen Leistungsträgern. Beide fühlten sich unfair behandelt, die Zusammenarbeit der beiden war spürbar blockiert. Die Führungskraft verzichtete bewusst auf eine schnelle Klärung der Sachfragen. Stattdessen strukturierte sie das Gespräch klar, benannte das gemeinsame Ziel und signalisierte echtes Interesse an beiden Perspektiven. Erst als sich die emotionale Spannung sichtbar reduzierte, lenkte sie das Gespräch auf Erwartungen und nächste Schritte. Die Lösung entstand nicht durch Druck, sondern durch Zustandsführung. Beide Seiten akzeptierten das Ergebnis, weil sie sich gehört und fair behandelt fühlten.
Konflikte zeigen, wo Verstehbarkeit fehlt, wo Erwartungen unklar sind oder wo Menschen unter Druck geraten. Führungskräfte, die Konflikte neurobiologisch klären, nutzen genau diese Situationen, um Klarheit zu schaffen, Orientierung zu geben und Zusammenarbeit neu auszurichten. Der Unterschied zwischen Manager und Führungskraft zeigt sich selten im Alltag – aber fast immer im Konflikt.
Diese Serie von fünf Blog-Artikeln hat gezeigt, dass Konflikte keinem Zufall folgen. Sie entstehen aus neurobiologischen Mechanismen, werden durch destruktive Strategien verstärkt, lassen sich durch konstruktive Führung entschärfen, kündigen sich früh an und können bewusst gelöst werden. Neurologische Führung entscheidet darüber, ob Konflikte Energie kosten oder Leistung freisetzen.
Die entscheidende Frage für Führungskräfte lautet daher nicht, wie Konflikte vermieden werden können, sondern wie sie gelöst werden. Da, wo Führung in Konflikten wirksam führt, wird und bleibt Zusammenarbeit möglich – selbst in schwierigen Situationen.
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