Zoom Fatigue – Kein Phänomen von Online-Meetings
Zoom Fatigue - Erschöpfung durch Online-Meetings

„Marcus, ich habe immer gesagt, von Burnout sei ich weit weg. Jetzt bin ich mir nicht mehr sicher.“ In einem Interview im April 2020 äußert eine Führungskraft Bedenken, der neuen Situation auf Dauer gewachsen zu sein. Der Grund: Von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr non stop Meetings. – Erschöpfung durch Online-Meetings, auch Zoom-Fatigue genannt, macht sich breit. Gibt es fünf Jahre nach dem Lockdown dieses Phänomen immer noch?

Wie empfindest Du Online-Meetings? Sind sie zur Normalität geworden? Sind sie anstrengender als Meetings in Präsenz?

Zahlreiche Studien seit 2020 zeigen, dass es vermehrt zu Erschöpfungen kommt, wenn Mitarbeitende und Führungskräfte häufig in Online-Meetings sind. Die persönliche Begegnung fehlt, Small Talk fehlt fast völlig, leise Mitarbeiter kommen nicht zu Wort, der Austausch ist gehemmt und viele vereinsamen in ihrem Home Office.

Eine Studie ist jetzt der Frage nachgegangen, ob es Zoom Fatigue immer noch gibt und die Belastungen durch Online-Meetings höher sind als durch Präsenz-Meetings. Hadar Nesher Shoshan von der Universität Mainz formuliert die These „Im Vorfeld hatten wir die Hypothes aufgestellt, dass es nach wie vor eine Zoom Fatigue gibt.“ (Hadar Nesher Shoshan/Wilken Wehrt: „Zoom Fatigue“ revisited: … Journal of Occupational Health Psychology, August 2025). Und zweifelten daran nicht.

Zoom Fatigue: Online- vs. Präsenzmeetings

Die Studie kommt zu einer Überraschung. Online-Meetings führen nicht per se zu einer höheren Erschöpfung als Präsenzmeetings. Online-Meetings unter 44 Minuten waren sogar weniger erschöpfend als Präsenzmeetings.

Gründe für Zoom Fatigue

Die Studie zeigt, dass die Belastung und Erschöpfung scheinbar nicht an der Form von Meetings lag. Zu Beginn der Pandemie haben  Mitarbeiter im Home Office die generellen Einschränkungen durch den Lockdown und die Isolation als belastend empfunden – es lag aber nicht an Online-Meetings, wurde aber oft darauf bezogen. Die Menschen waren persönliche Begegnungen und Smalltalk gewöhnt und vermissten dies jetzt auf dramatische Weise. Das Grundprinzip der Neurologischen Führung „Verbundenheit“ war empfindlich verletzt.

Darüber hinaus waren die Mitarbeiter nicht freiwillig, sondern durch die Situation gezwungen, in der Isolation. Ihre Handlungsfähigkeit und Wahlmöglichkeit waren erheblich eingeschränkt. Das verletzte das neurologische Grundprinzip „Partizipation“.

Vorteile von Online-Meetings

Mitarbeiter empfinden Online-Meetings nicht als belastend, wenn sie frei wählen können, ob sie sich online oder in Präsenz treffen. Jetzt werden Home Office und Online-Meetings zur Wahl – Mitarbeiter können selbst gestalten (Partizipation) und oft erscheint es sinnvoller und zeitsparender (Sinnhaftigkeit), mal eben online zusammenzukommen, als in Präsenz ein Meetings zu organisieren.

Leadership Training

Impulstraining Neurologische FührungFührung geht heute sredna

Potenzial erkennen. Menschen inspirieren. Exzellent führen. – Die Arbeitswelt verändert sich, damit auch Führung. Was früher funktionierte, wirkt heute oft kontraproduktiv. Dieser kompakte Impulstag zeigt, wie moderne Führung wirklich gelingt: gehirnkompatibel, motivierend und klar in der Wirkung. Ein Tag, der Lust macht auf exzellente Führung.

Hier gibt es mehr Informationen …

Fazit

  • Zoom Fatigue gab es und gibt es immer noch, wenn Mitarbeiter nicht frei zwischen Online- und Präsenzmeeting wählen können.
  • Eher kürzere Meetings wirken sich positiv auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus und vermeiden bzw. reduzieren Erschöpfung.

Welche Frage darf ich Dir beantworten?

  • Schreibe Deine Frage gerne unten in die Kommentare. Oder:
  • Schreibe mir eine eMail unter [email protected].

Teile gerne auch Deine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema in den Kommentaren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Weitere Beiträge und Impulse …

Stress - Burnout - Stressmanagement - MARCUS HEIN
Marcus Hein

Mythos #5 – High Performance nur auf Kosten der Gesundheit

Viele Führungskräfte leben mit einem inneren Widerspruch: „Wenn wir richtig Gas geben, bleibt die Gesundheit auf der Strecke.“ Oder umgekehrt: „Wenn wir auf Gesundheit achten, leidet die Performance.“Dieser Mythos hält sich hartnäckig – und er kostet Unternehmen Milliarden. Denn er führt dazu, dass Leistung und Gesundheit als Gegensätze gedacht werden. Neurologisch betrachtet ist das falsch.KernaussagenDer

Jetzt lesen ...
Nach oben scrollen
Blog - Leadership-Impulse - MARCUS HEIN - Akademie für Neurologische Führung
Impulsletter abonnieren

Impulse für exzellente Führungskräfte.

Ihre Anmeldung

Angaben mit * sind Pflichtangaben.

 

Mit Angabe meiner Daten und Absenden der Anmeldung erkläre ich mich einverstanden, den hier bestellten Newsletter per E-Mail zu erhalten. Meine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen. Weitere ausführliche Informationen in der
Datenschutzerklärung

 
Angaben mit * sind Pflichtangaben.
Datenschutz
MARCUS HEIN, Inhaber: Marcus Hein (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
MARCUS HEIN, Inhaber: Marcus Hein (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.